Wie kam es zum Reiterhof Raab und der Araberzucht?
Es begann alles im Jahre 1954, als ein junges Mädchen aus Liebe zu den Pferden als Haushälterin auf dem Arabergestüt Achental in Grassau zu arbeiten anfing. Wo sie in ihrer Freizeit die Pferde ritt und pflegte. Achental war damals das größte private Arabergestüt mit 46 Pferden in Deutschland. Leider wurde dieses Gestüt Anfang der 60er Jahre in Grassau aufgelöst und nach Argentinien verlegt. Dort trägt es heute noch den Namen "Arabergestüt Achental".
1956 heiratete sie den Nebenerwerbslandwirt Karl Raab. In den folgenden Jahren betreute sie den kleinen Betrieb und zog vier Kinder groß. Aber die Erfüllung des Traumes- ein eigenes Pferd zu besitzen- ließ lange auf sich warten. Daher wurden die ersten eigenen Pferde erst 1972 gekauft, das waren zwar noch keine Araber aber besser als nichts waren sie allemal.
Im nächsten Jahr begann man mit einem kleinen Reitbetrieb auf dem Hofe Raab, der Ausritte anbot. Nach jahrelanger Arbeit war es der Familie Raab endlich möglich, sich ein eigenes arabisches Pferd zu kaufen. Das war 1980 und das Pferd war die Stammstute "Louise Ann". Die Stute wurde damals eigentlich als Reitpferd gekauft, aber da sie schon zwei schöne Fohlen hatte, versuchte man es in der Zucht mit ihr.
1984 wurde der Reiterhof Raab durch den Bau der Reithalle und des Privatstalles vergrößert. 1988 entschloss man sich die Araberzucht mit einem eigenen Hengst weiter auszubauen und kaufte bei der Gräfin Arco von Zinneberg den damals dreijährigen Vollblutaraberhengst "Gaziri". In den kommenden Jahren erweiterte man den Betrieb Stück für Stück.
Im Jahre 1991 ging ein weiterer großer Traum für Frau Raab in Erfüllung. Denn man bot ihr den Enkelsohn von Wisznu an, den sie in ihren Jugendjahren geritten und gepflegt hatte. Nachdem schon zwei schöne Wisznu Ibn Sawih Fohlen da waren, konnte man das Angebot, diesen Hengst zu kaufen nicht ausschlagen. Der Kauf dieses Hengstes brachte die ursprüngliche Achentalblutlinie in den Süddeutschen Raum zurück. Im gleichen Jahr wurde das erste rein arabische Turnier duchgeführt.
1993 entschlossen sich die Eheleute Raab, nach langjährigen schweren Aufbauarbeiten den Reitbetrieb an ihre Tochter und deren Ehemann zu verpachten. Auch unter ihrer Leitung wurde die Araberzucht noch einige Jahre weitergeführt und dabei versucht das bisherige Zuchtziel, einen typvollen und gut zu reitenden Araber weiter zu verbessern.